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Diese Frage stellte mir unsere Tochter (damals siebeneinhalbjährig) nicht, doch die folgende: Papa, es stimmt doch, daß man von Gott kein Bild machen darf, oder? Da mußte ich ihr zustimmen, doch fragte ich mich gleichzeitig, warum Gott das streng untersagt (was Kinderfragen machmal so auslösen ...). Aus dem Textzusammenhang in 2. Mose Kapitel 20, Vers 4-7, geht hervor, daß Gott dies aus Eifersucht nicht duldet. Schließlich hat ER ja alles geschaffen und dies alles - in all seinen wunderschönen Facetten - ist nur ein kleiner Abglanz seiner Macht und Herrlichkeit. Es ist sein Herzenswunsch, daß wir IHN erkennen, IHM Anbetung und Bewunderung bringen, und nicht auf von ihm oder von Menschen Geschaffenes vertrauen. Dann fiel mir aber noch etwas ganz anderes auf:
Wir lesen in Johannesevangelium Kapitel 12, Vers 45; (das sagt Jesus Christus von sich selbst): Und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Im Kolosserbrief Kapitel 1, Vers 15 schreibt Paulus: Er, Christus, ist das Abbild des unsichtbaren Gottes und steht über allem Geschaffenen. Auch der Schreiber des Hebräerbriefes fordert uns im Kapitel 12, Vers 2 auf, auf Jesus zu schauen, wenn wir in unserem Glauben ans Ziel gelangen wollen.
Was ich sagen möchte: Gott hat uns im Neuen Bund ein Bild, sein Ebenbild, enthüllt. Man könnte sagen, es war zuvor - wie vor einer Vernissage - zugedeckt. Er hat seinen Sohn dieser Welt offenbar gemacht. Ihn können wir, und ihn sollen wir anschauen. Nur Jesus ist der Mittler, die Brücke, der Weg, die Tür zum Vater. Im Philipperbrief Kapitel 2, Vers 6-11 erkennen wir, warum Jesus so einzigartig wichtig für uns ist: Er war wie Gott und hielt es nicht gewaltsam fest, Gott gleich zu sein. Er legte alles ab und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde Mensch und alle sahen ihn als Menschen. Er erniedrigte sich selbst und gehorchte Gott bis zum Tod - zum Verbrechertod am Kreuz. Darum hat Gott ihn über alles erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen steht ... So wird Gott, der Vater, geehrt. Um jedem Menschen einen Weg zum liebenden Vaterherzen zu bereiten, ging Jesus, der Christus, einen Weg, der ihn alles kostete. Das ist Gottes tatkräftige Liebe, die handelt! Vater, Sohn und Heiliger Geist in völliger Einheit. Wer dieses Bild, nämlich den vom Vater so innig geliebten Jesus, immer wieder betrachtet, bei dem können Glaube, Verständnis und vor allem Offenbarung von dem, der uns liebt, wachsen. Ich glaube an einen lebendigen (Apg 14,15), aber unsichtbaren Gott (1Petr 1,8), der sich jedoch nicht versteckt, sondern von jedem finden läßt, der ihn sucht (Jes 55,11).
Wenn ich zurückschaue, mit welcher Motivation (ich wollte Fehler in der Bibel finden!) ich als junger Mann - noch unerrettet und voller Rebellion - die Bibel las, dann kann ich heute nur noch über Gottes Gnade und Liebe staunen. Denn das gelesene Wort gelangte nicht nur zu meinem Verstand, sondern tief in mein Herz. Der Heilige Geist überführte mich meiner Lieblosigkeit und Sünde und von Fehlhaltungen. Und er legte kindlichen Glauben in mein Herz. So vertraute ich mein ganzes, damals verkorkstes Leben Jesus Christus an. Er machte alles neu! Um nun das Reden Gottes im Alltag, sein Führen in schwierigen Umständen, seinen Rat und seine Weisheit zu erfahren, fülle ich mein Herz mit dem, was er sagt. So - und durch das Gebet zu ihm - bleibe ich in Kontakt zu meinem Vater und erfahre seinen Frieden, der alles Denken übersteigt. Die Grundlage dafür ist nun mal allein sein in der Bibel geoffenbartes Wort.
Darum lese ich in der Bibel, - ich möchte in Kontakt bleiben mit dem, der mich so sehr liebt.
Holger Hönle
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